Das Foto zeigt eine Gruppenaufnahme der Preisträger und Vertreter der Jury, von links: Burkhard Endemann, Bücker Fachverlag, Albrecht Fuchs, Beth-el Zikhron Industries, Friedrich Fischer, Fischer Planning, Klaus Schleiminger, KSI Ingenieurbüro, Michael Krämer, Optipack, Prof. Dr. Ulrich Hülsen, FH Hannover-Ahlem, Martin Barnickel, LVFZ Kempten (Foto: molkerei-industrie)
Molkereitechnik-Preis 2009
Der am 17. September erstmals auf der drinktec in München vergebene Molkereitechnik-Preis zeichnete innovative Problemlösungen für die industrielle Milchverarbeitung aus. Preisträger waren in diesem Jahr der zur Molkerei A. Müller-Gruppe gehörende Verpackungslieferant Optipack sowie die israelisch-deutsche Firma FF Fischer Planning. Eine besondere Würdigung erfuhr eine Entwicklung des an der Kemptener Molkereischule tätigen Martin Barnickel in der Sterillufttechnik.
Becher im Sleevelook
Im Milchmarkt sind konisch geformte bei einer ganzen Reihe an Getränken extrem populär geworden. Den Anfang machte die in der Schweiz marktführende Molkerei Emmi mit ihrer Range an Kaffee-Milchdrinks, die unter der Marke „Caffe Latte" weit über die Grenzen der Schweiz vertrieben werden und enorm erfolgreich sind.
Im Markt ist aber Platz für mehr Anbieter als nur einen. Pläne, in den Markt für On-the-go Milchdrinks einzusteigen, scheitern aber sehr oft an den hohen Verpackungskosten. Denn ein konischer Becher musste bisher - damit er attraktiv aussieht - gesleevt werden. Optipack (optipack.de) hat mit einer neuartigen Bedruckungstechnik die Kostenprobleme gelöst. Die in den Werken Aretsried und Leppersorf gefertigten Becher werden im Spritzgussverfahren produziert und anschließend direkt mit den Motiven und Deklarationen bedruckt. Der konvexe Becher im Sleeve-Look bietet einen Preisvorteil von ~40 %.
Ozon statt Peroxid
Die deutsch-israelische Firmen-Kooperation Fischer-Planning (fischerplanning.com), Netanya/Israel, und Beth-El Industries Ltd. (be-fodd.com), Zikhron-Ya'akov/Israel, hat eine Ozon-Sterilisation für Becher und Deckelfolie als Modul für Abfüllmaschinen in der Molkerei- und Getränkeindustrie - für Neuanlagen als auch zur Nachrüstung - entwickelt.
Damit steht eine in vielen Prozessen, zum Beispiel in Verbindung mit Pulvern oder Zucker, angestrebte Trockensterilisation zur Verfügung. Der Verzicht auf übliches Wasserstoffperoxid vermeidet den Umgang mit einem Gefahrstoff und verringert den Aufwand an notwendiger apparativer Verfahrenstechnik (Entfernung des Peroxids) sowie Beschaffung, Logistik und Lagerhaltung für das Desinfektionsmittel.
Dampfregenerierbarer Sterilluft-Tiefenfilter
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen hat das LVFZ Kempten („Molkereischule") unter Projektleitung des dort tätigen Martin Barnickel einen dampfregenerierbaren Sterilluft-Tiefenfilter entwickelt. Diese Lösung wurde kompromisslos auf die Eigenschaften der Filterkerzen abgestimmt, die getestete „Lebensdauer" der Filter konnte auf 230 Dampfsterilisationszyklen erhöht werden.
Der Molkereitechnik-Preis wird von den im Bücker-Fachverlag (B&L-Mediengruppe) erscheinenden Fachtiteln „molkerei-industrie" und „IDM International Dairy Magazine" sowie dem Verband der Ingeniere für Milchwirtschaft VIM im dreijährigen Turnus für besonders praxisrelevante Neuentwicklungen mit tatsächlichem Nutzen für die Branche vergeben. Die Jury wird gebildet von: Prof. Dr. Britta Rademacher, Prof. Dr. Ulrich Hülsen und Prof. Dr. Matthias Weiß - alle von der FH Hannover-Ahlem, Prof. Dr. Jörg Hinrichs, Universität Hohenheim, und Klaus Schleiminger, KSI Ingenieurbüro.
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