Mit einer Investition von 56 Mio. CHF, davon 70 % in Anlagen, hat die Hochdorf-Gruppe im ostschweizerischen Sulgen die nach eigener Darstellung weltweit modernste Trocknungslinie für Säuglingsnahrung in Betrieb genommen. Das Projekt ging in Rekordzeit über die Bühne und verdoppelt die im Werk vorhandenen Kapazitäten. molkerei-industrie war vor Ort.
„Unsere Produktionskapazitäten für Babyfood waren um 2006/2007 nahezu ausgelastet. Parallel erkannten wir, dass die Marktöffnung der Schweiz weiter gehen wird, so dass die Hochdorf-Gruppe angesichts steigender Weltbevölkerung großes Potenzial im Weltmarkt erschließen kann", erklärt Werner Schweizer, Geschäftsführer der für den Absatz von Milchpulvern zuständigen Hochdorf-Tochter Swiss Milk AG die Hintergründe.
Erprobte Technologie
Hochgezogen wurde das Projekt bei der Produktionstochter Hochdorf Nutritec als „Turm 8". An dem traditionell Milch und Molke verarbeitenden Standort laufen nun insgesamt 4 Produktions- und 2 Pilotsprühtrockner sowie 3 Walzen. Die aktuelle Ergänzung wurde von Lübbers Anlagen- und Umwelttechnik zusammen mit weiteren Zulieferern installiert und kann pro Stunde bis zu 3.300 kg Milchpulver in Säuglingsnahrungsqualität herstellen.
„Unser Konzept basiert auf erprobter Technologie, wir wollten keine trickreichen Individualkomponenten. Zusammen mit innovativer Prozessführung und qualifizierten Mitarbeitern können wir nun auf höchstem Niveau produzieren", schildert Nutritec-Geschäftsführer Dr. Karl Gschwend seinen Projektansatz. „Unsere Entscheidung für Lübbers fiel aufgrund der Luftführung, der Fließbettqualität, der Abluftfilterung und natürlich auch wegen des gebotenen Hygienic Design. Als Partner für den Nassteil wählten wir Tetra Pak Processing. Das Unternehmen kann große Ressourcen mobilisieren und liefert zusammen mit CPS die nach unserer Ansicht besten Milcheindampfer", erklärt Gschwend weiter. Der Vorkonzentrator arbeitet mit mechanischer, der Hauptkonzentrator mit thermischer Brüdenverdichtung.
Gefahren wird der neue Turm 8 wie auch die anderen Anlagen in 4 Schichten rund um das ganze Jahr. Bei Milchpulver werden 2 Bediener, bei Babyfood 3 Mitarbeiter pro Schicht benötigt. Nach ersten Erkenntnissen kann der Turm 2 Wochen betrieben werden, bevor eine komplette Nassreinigung erfolgt. Der Fokus liegt eindeutig auf Säuglingspulver, „normales" Milchpulver wird nur in Kampagnen zur Marktentlastung hergestellt. Über Tetra Pak kam auch Hochdorfs erfahrener Stamm-Steuerungsbauer Tophinke AG wieder mit ins Boot, der den Nass- und den Trockenteil auf Basis von Simatic und WinCC Visualisierung automatisiert hat.
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