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BVE-Konjunkturreport

Datum: 31.08.2020Quelle: BVE

 

Die deutsche Ernährungsindustrie erwirtschaftete im Juni 2020 einen Umsatz von 15,0 Milliarden Euro. Damit verzeichnete die Branche einen Umsatzanstieg von 3,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Das Wachstum ist dabei insbesondere auf gestiegene Absatzzahlen von 6,7 Prozent im Inland zurückzuführen. Die Erzeugerpreise im Inland legten um 0,5 Prozent zu, während die Erzeugerpreise im Ausland mit -0,7 Prozent leicht rückläufig waren. Insgesamt wurden Lebensmittel im Wert von 4,8 Milliarden Euro exportiert, dies entspricht einem Umsatzrückgang von 3,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Der Absatzrückgang im Ausland lag bei 2,7 Prozent. Wie schon in den Monaten zuvor zeigten sich auch im Juni die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank um 3,0 Prozent im Vorjahresvergleich.

Agrarrohstoffmärkte
Die Agrarrohstoffkosten sind einer der größten Kostenfaktoren für die Lebensmittelproduktion. Besonders steigende Rohstoffkosten sind eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen und wirken sich mittelfristig auf die Verbraucherpreise aus. Die Preisentwicklung an den globalen Agrarrohstoffmärkten folgt den Angebots- und Nachfrageschwankungen. Im Juli 2020 gab der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent nach und lag bei 86,5 Punkten. Im Vorjahresvergleich sank der Index um 3,8 Prozent.

Ausblick: Geschäftsklima
Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Im August 2020 wurde der Erholungstrend des Geschäftsklimas das erste Mal seit April gestoppt. Der Saldo des Geschäftsklimas sank um 6,4 Punkte im Vormonatsvergleich und lag damit bei insgesamt 5,5 Punkten. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fiel positiver als noch im Vormonat aus und stieg auf insgesamt 11,4 Punkte. Die Geschäftserwartung der nächsten Monate spricht hingegen für einen pessimistischen Blick in die Zukunft: Der Indikator sank um 17,4 Punkt auf einen Saldo von insgesamt -0,2 Punkte.

Konsumklima und Verbraucherpreise
Für die Stimmungslage bei den Verbrauchern ist das GfK-Konsumklima ein wichtiger Indikator. Die Augusterhebung der Gesellschaft für Kunsumgüterforschung (GfK) zeigt eine gespaltene Bild der Verbraucherstimmung. Während die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung im Vormonatsvergleich leicht zulegten, sank die Einkommenserwartung. Der Konsumklimaindex lag im August 2020 bei -0,2 Punkten und verbesserte sich damit um 9,2 Punkte im Vormonatsvergleich. Mit Blick auf die negative Entwicklung der Einkommenserwartung rechnet die Gfk mit einem leichten Rückgang der Verbraucherstimmung und prognostiziert für September einen Indexwert des Konsumklimas von 1,8 Punkten. Die Verbraucherpreisentwicklung fiel im Juli moderat aus. Die Lebensmittelpreise sanken im Vormonatsvergleich um 2,7 Prozent, die allgemeinen Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise moderat um 1,0 Prozent während die allgemeinen Verbraucherpreise mit -0,1 Prozent leicht rückläufig waren.

Roland Sossna / moproweb

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