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EMB zur Agrarpolitik

Datum: 16.01.2020Quelle: EMB

 

 

 

Um den Konflikt zwischen einerseits dem Druck zur Billigproduktion und andererseits nachhaltigen Anforderungen zu lösen, muss die aktuelle Agrarpolitik auf EU-Ebene aus Sicht des European Milk Board geändert werden. „Hier ist ein Umsteuern notwendig, hin zu einer verantwortungsvollen Produktion in der EU“, so Vorsitzender Erwin Schöpges. „Das EMB hat dazu ein Papier entwickelt, das sowohl der sozio-ökonomischen als auch der ökologischen Nachhaltigkeit Rechnung trägt.“ Das Papier verweist auf die notwendige Installation eines Kriseninstruments, das die ständig auftretenden Krisen eindämmen kann. Dieses Instrument führt zu weniger Überproduktion, was neben der positiven Wirkung auf die Erzeugerpreise auch zur Schonung von Ressourcen beiträgt – ein wichtiger positiver ökologischer Aspekt. In dem genannten Papier werden zudem Freihandelsvereinbarungen bei Agrarprodukten abgelehnt, da diese gegen eine faire und nachhaltige Produktion steuern.

 

Wie im Papier deutlich wird, müssen von den politisch Verantwortlichen wichtige Voraussetzungen erfüllt werden, damit eine größere Nachhaltigkeit – sowohl in ökologischer als auch sozialer Hinsicht – in der Landwirtschaft wirkliche Chancen hat:

 

  • Bevor die Landwirte überhaupt in der Lage sein werden, anspruchsvolle Auflagen zu erfüllen, muss zunächst ihre grundlegende Situation gesund sein. Das heißt, es müssen die Preise stimmen, indem sie die Kosten der Produktion, inklusive einem fairen Einkommen für die ErzeugerInnen, decken. Dazu muss auf EU-Ebene das erwähnte Kriseninstrument installiert und ein Rahmen geschaffen werden, der die Position der Erzeuger am Markt stärkt.

 

  • Die ökologischen Strategien und Möglichkeiten, auf denen die Auflagen basieren, müssen mit den Erzeugern besprochen und abgestimmt werden. Dazu gehört auch die Anerkennung des positiven ökologischen Beitrages, den Landwirte aktuell schon leisten – Stichwort Kohlenstoffspeicherung oder auch Erosionsschutz – und zudem eine gerechte Absprache bezüglich der Deckung der Kosten für Umweltauflagen. Denn die Kosten können nicht auf die Bäuerinnen und Bauern abgewälzt werden.

Für eine sozial und ökonomisch nachhaltige sowie klimagerechte Landwirtschaft braucht es das faire Zusammenspiel von allen Akteuren. Der Politik kommt dabei die wichtige Rolle zu, den dafür richtigen Rahmen zu setzen, so dass die Bäuerinnen und Bauern nicht mehr abgehängt sind, sondern wieder als wichtiger Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden.

 

EMB setzt neben der Politik aber auch auf die eigene Kraft der Landwirte und auf den direkten Kontakt mit den Konsumenten: So wird beispielsweise bei der Marke Die faire Milch, die von den Milcherzeugern in mehreren europäischen Ländern selbst auf den Markt gebracht wurde, deutlich, dass kostendeckende Preise kein Ding der Unmöglichkeit sind. Damit sie aber nicht nur in einer Nische existieren, sondern auch auf dem allgemeinen Milchmarkt Fuß fassen können, braucht es den richtigen politischen Rahmen, so EMB.

 

Roland Sossna / moproweb

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