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Farm-to-Fork Strategie

Datum: 25.03.2020Quelle: EDA

 

 

Bei der Steuerung der Rohstoff- und Produktversorgung unter den aktuellen, im Grunde genommen europaweit herrschenden Bedingungen mobilisiert die Milchindustrie alle Kräfte, um ihrer wichtigsten Aufgabe gerecht zu werden: der Zurverfügungstellung von Verbrauchern in der Union und darüber hinaus mit gesunder und erschwinglicher Nahrung.

Heute, am 25. März 2020, dem ursprünglich geplanten Datum für die Veröffentlichung der Farm-to-Fork Strategie der Europäischen Kommission, unterstreicht der EU-Milchindustrieverband EDA erneut – und das mit Stolz – die wichtige Rolle der Branche für eine gesunde Ernährung des Einzelnen sowie für die Ernährungssicherheit in Europa und weltweit, sowohl in “normalen” als auch in Krisenzeiten.

Die Bedeutung offener Versorgungslinien innerhalb der Union und über die Grenzen hinweg wird in der heutigen Krise unterstrichen. Jegliche Forderungen nach Gastrochauvinismus in der heutigen gesamteuropäischen und globalen Krise sind völlig unangemessen und unverantwortlich. Die Einhaltung der Prinzipien des Binnenmarktes durch alle Mitgliedstaaten ist der Schlüssel für die (Lebensmittel-)Versorgungsketten. Jegliche Barrieren (wie z.B. Ursprungskennzeichnungssysteme) für den Verkehr von lebenswichtigen Gütern wie Milch und Milchprodukten müssen in der Zeit nach der Krise von der Europäischen Kommission viel ernsthafter ausgeschaltet werden. Dennoch können freiwillige Herkunftsangaben einen Mehrwert schaffen, wenn sie vom Verbraucher honoriert werden.

Milch und Milchprodukte in den Regalen waren unter den ersten, die von den aktuellen Einkaufstrends betroffen waren – und das zu Recht, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil aller Ernährungsempfehlungen in ganz Europa und im Rahmen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Sie bieten ein breites und einzigartiges Angebot an essentiellen Mikro- und Makronährstoffen zu erschwinglichen Preisen sowie eine große Auswahl für unterschiedliche Geschmäcker und Bedürfnisse. Jedes seriöse Nährwertkennzeichnungssystem muss anerkennen, dass Milch und Milchprodukte von Natur aus gesund sind. Und es muss sicherstellen, dass alle Produkte, die für die Ernährungsempfehlungen relevant sind – und dazu gehört ausdrücklich auch Käse -, per Definition ein gesunder Teil einer ausgewogenen Ernährung sind.

Die Wissenschaft zeigt deutlich, dass eine Reduzierung der Milch in der Ernährung keine weiteren Auswirkungen auf die Umweltbilanz, insbesondere auf die CO2-Emissionen, haben wird, sondern sich die Kosten einer ausgewogenen Ernährung noch viel weiter erhöhen1. In der Union arbeitet die Milchindustrie – wie alle Agrar- und Lebensmittelprodukthersteller – an höchsten Sicherheits-, Umwelt- und Sozialstandards, und unterstützt es, dass diese europäischen Standards von den politischen Entscheidungsträgern weiterhin hervorgehoben werden, um das hohe Ansehen der EU-Produkte zu stärken.

Lebensmittelinformationen müssen wissenschaftlich und faktenbasiert sein. Ein allzu vereinfachtes Informationssystem würde die Komplexität von Lebensmittelsystemen nicht widerspiegeln. Umweltinformationen über Lebensmittel sind bereits Teil des neuen Pakets der EU-Kommission zur Kreislaufwirtschaft. Die Angleichung beider Strategien in diesem Bereich ist eine absolute Notwendigkeit, um eine Dynamik für eine echte Veränderung der Lebensmittelsysteme zu schaffen. Diese Notwendigkeit der Angleichung ist natürlich auch für alle anderen für die Landwirtschaft und Lebensmittel relevanten Initiativen im Rahmen des Green Deal wichtig, wie z.B. die Strategie zur biologischen Vielfalt.

EDA ist dankbar für die Initiative des Europaabgeordneten Norbert Lins und seiner Kollegen vom AGRI-Ausschuss des EP, sich aufgrund der derzeitigen Umstände mehr Zeit für die Fertigstellung der Strategie für die Landwirtschaft zu nehmen. Diese Strategie wird die Zukunft der Agrar- und Ernährungslandschaft der EU prägen und muss auf einer breiten Konsultation mit den Interessenvertretern und wissenschaftlich fundierten Überlegungen basieren. Nur eine breit angelegte Zusammenarbeit und Abstimmung wird das bestmögliche Ergebnis sicherstellen und zu unserem gemeinsamen Ziel führen: die Entwicklung der Lebensmittelsysteme in Richtung einer größeren Nachhaltigkeit – wirtschaftlich, sozial/ ernährungsphysiologisch und ökologisch.

Der europäische Milchsektor ist bereit. Das EDA-Papier ‘The Dairy Sector and the Green Deal’, das im Vorfeld des Grünen Deals der Europäischen Kommission im Dezember 2019 veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Reise des Europäischen Green Deals in den kommenden Jahren einen Großteil unserer Energie absorbieren wird. Die Green-Deal-Transformation in Europa wird der Landwirtschaft und der Milchwirtschaft enorme Anstrengungen abverlangen.

 

 

1 Kramer, G., Tyszler, M., Veer, P., & Blonk, H. (2017). Decreasing the overall environmental impact of the Dutch diet: How to find healthy and sustainable diets with limited changes. Public Health Nutrition, 20(9), 1699-1709. doi:10.1017/S1368980017000349

Roland Sossna / moproweb

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