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Schwarzwaldmilch: Vielfältige Nachhaltigkeitsmaßnahmen

Datum: 29.06.2020Quelle: Schwarzwaldmilch

 

 

 

 

Die Schwarzwaldmilch setzt auf ganzheitliche Verantwortung:

-Glyphosat-Verbot ab dem 1. Juli 2020

-Eiweiß-Futter nur aus Europa ab dem 1. Juli 2020

– Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung spätestens ab dem 1. Januar 2030

-Aufnahmestopp von Höfen ohne Freilaufstall

-Weideauslauf-Förderung mit 1,66 Cent/kg brutto inkl. 10,7% Mehrwertsteuer

-Klima:

o Einsparung von über 3.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr, infolge der Inbetriebnahme der neuen

Energiezentralen in Freiburg (2016) und Offenburg (2019)

– Umwelt:

o Nr. 1-Mehrwegglasanbieter im gesamten Molkereibereich in Baden-Württemberg (Nielsen)

o Weiterer Ausbau des Glasanteils und Reduktion von Plastikverpackungen in der Umsetzung

o Einsparung von 12 Tonnen Plastik im Jahr 2020 durch den Verzicht auf Einweg-Plastikdeckel

 

 

 

„Wir denken nicht nur an heute und morgen, sondern in Generationen und Enkelfähigkeit.“ Was Andreas Schneider, Geschäftsführer der Schwarzwaldmilch, im Rahmen der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz betonte, ist die zentrale Maxime beim Thema nachhaltiger und damit verantwortlicher Unternehmensausrichtung. Bereits seit Jahrzehnten legt Schwarzwaldmilch aus Überzeugung großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Zum Ausdruck kommt dies durch die Verantwortungsstrategie und entsprechende Maßnahmen. So wurden auf der unmittelbaren betrieblichen Ebene der Molkerei Schwarzwaldmilch bereits zahlreiche Verbesserungen erzielt.

 

 

Verpackung

Umweltschutz ist dabei ein zentraler Baustein des nachhaltigen Wirtschaftens. Dem stellt sich Schwarzwaldmilch beispielsweise durch die kontinuierliche Überprüfung des Materialeinsatzes seines Produktsortiments. In diesem Jahr erzielt die Molkerei durch den Verzicht auf die Einweg-Plastikdeckel auf allen Naturjoghurts eine Plastik-Einsparung von rund 12 Tonnen. Auch durch die Umstellung auf nachhaltigere Verpackungen leistet Schwarzwaldmilch einen Beitrag zum Umweltschutz. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang Mehrwegglas. So ist die Molkerei im gesamten Lebensmittelhandel in Baden-Württemberg führender Anbieter von Milchprodukten im Mehrwegglas – mit einem Marktanteil von über 40 Prozent. „Unser heutiger Glas-Anteil im Bereich unserer Marken-Frischmilch liegt innerhalb unseres Marken-Gesamtsortiments ebenfalls bei über 40 Prozent. Im Bereich unserer frischen Marken-Sahne erreichen wir sogar einen Glasanteil von über 75 Prozent“, so Schneider. Der Ausbau schreitet hier weiter voran – so sind beispielsweise fünf der sechs neuen, in diesem Jahr bereits eingeführten Produkte im Mehrwegglas.

 

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Energie

Wichtige Meilensteine im Sinne einer ressourcenschonenden Energiegewinnung waren der Um- bzw. Neubau der Energiezentralen an den Standorten in Freiburg im Jahr 2016 sowie in Offenburg im Jahr 2019. Damit spart die Molkerei jährlich insgesamt über 3.000 Tonnen CO2-Emissionen ein. Darüber hinaus bezieht Schwarzwaldmilch bereits seit 2017 ausschließlich Ökostrom. Auch in Bezug auf die Landwirtschaft mit ihren zahlreichen, heterogenen und selbstständig agierenden Einzelbetrieben wurden bzw. werden im Dialog mit den Milchbauern vielfältige Maßnahmen umgesetzt.

 

 

Nachhaltige Maßnahmen in der Landwirtschaft: Glyphosat-Verbot und EU-Futtermittel

Auf die Themen Landwirtschaft und Tierwohl zahlen unmittelbar und mittelbar schon heute diverse

Zertifizierungen ein: Bereits seit Anfang 2017 ist die gesamte Milchanlieferung der Schwarzwaldmilch zu 100 Prozent ohne Gentechnik zertifiziert, das gesamte Bio- und Bio Heumilch-Sortiment ist Bioland zertifiziert und Schwarzwaldmilch setzt auf strenge Weidemilchkriterien. Darüber hinaus spielen hier Qualitätsprüfungen und die Weideauslaufprämie eine wichtige Rolle. Nun geht die Molkerei im Sinne einer verantwortungsvollen Landwirtschaft in Bezug auf die Themen Glyphosat und Zukauffuttermittel einen weiteren, wichtigen Schritt.

 

Ab dem 1. Juli 2020 gilt ein Glyphosat-Verbot auf allen landwirtschaftlichen Flächen der Schwarzwaldmilchbauern, auf denen Futtermittel für den Milchviehbereich angebaut werden. „Es handelt sich um ein durchdachtes Modell, das wir mit unseren Landwirten gemeinsam erarbeitet und zur Umsetzung gebracht haben“, erklärt Schneider. Für eine wirksame Umsetzung findet eine regelmäßige Kontrolle durch die Auditoren des Milchprüfrings Baden-Württemberg statt. „Zweierlei war für uns in diesem Prozess zentral: Zum einen, dass wir die Landwirte auf dem Weg mitnehmen und gemeinsam eine Lösung finden, die der heterogenen Struktur der Schwarzwälder Landwirtschaft gerecht wird sowie zum anderen, dass wir durchgehende Kontrollmechanismen etablieren. Nur so konnten wir ein glaubhaftes, nachvollziehbares und langfristiges System schaffen“, betont Schneider.

 

Darüber hinaus darf Zukauffuttermittel, sprich vor allem Eiweiß-Futter, für den Milchviehbereich künftig ausschließlich aus europäischem Anbau stammen. Dies gilt ebenfalls ab dem 1. Juli. „Auch wenn unsere Milchbauern ohnehin bereits bisher ihre geringen Mengen an zugekauftem Futtermittel größtenteils in Europa bezogen haben, möchten wir mit diesem Schritt ein Zeichen setzen und uns ganz klar gegen die Abholzung des Regenwaldes aussprechen, auf dessen Flächen unter anderem Soja für die Futtermittelindustrie angebaut wird“, so Andreas Schneider.

 

 

Zukunftsfähig im Sinne des Tierwohls

Die Milch der Schwarzwaldmilch kommt von den über 1.000 genossenschaftlich angeschlossenen Milchbauern aus der Region. Mit durchschnittlich 43 Kühen liegen deren Höfe deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 68 Kühen. Das zeigt die kleinformatige Struktur der Milchviehhaltung im Schwarzwald. Die Molkerei ist für die Veredelung der Rohmilch verantwortlich, für Schwarzwaldmilch hört die Betrachtung im Sinne einer ganzheitlichen Verantwortung hier aber nicht auf. Entsprechend sind Aspekte des Tierwohls für das Unternehmen zentrale Bausteine. Für Schwarzwaldmilch zählen dabei besonders die artgerechte Haltung sowie die Bewegungsfreiheit der Kühe. Daher fördert die Molkerei den Weideauslauf auf Basis der strengen Weidehaltungskriterien mit einem Aufschlag von 1,66 Cent/kg brutto inkl. 10,7% Mehrwertsteuer. Darüber hinaus nimmt die Molkerei neue Höfe nur auf, wenn sie einen Freilaufstall ermöglichen können.

 

Auch beim Thema Anbindehaltung verfolgt Schwarzwaldmilch eine klare Linie. Ab spätestens dem 1. Januar 2030 gilt das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung für Milchkühe. „Als genossenschaftliches Unternehmen tragen wir eine große soziale Verantwortung unseren Milchbauern gegenüber. Das bedeutet für uns, dass wir unseren Landwirten Planungssicherheit bieten müssen und möchten. Der Beschluss mit dem spätesten Ausschluss zum 01.01.2030 ist von unseren landwirtschaftlichen Gremien gefasst worden“, erklärt Schneider.

 

Ein früheres Verbot der traditionellen Anbindehaltung wäre für manche Betriebe existenzgefährdend – das kann und möchte die Molkerei nicht verantworten. „Uns geht es um eine sozial verträgliche und tiergerechte Vorgehensweise“, so Schneider. Für die Umstellung der Haltungsform stehen den Landwirten die Schwarzwaldmilch-Erzeugerberater mit entsprechenden Beratungsangeboten zur Seite. Dies umfasst neben der Unterstützung bei der Umgestaltung der Haltungsform insbesondere auch die Beratung hinsichtlich neuer Investitionsausrichtungen, der Umstellung auf Weidemilch, Biomilch und Bio-Heumilch sowie der Übergabe des Hofes an die Nachfolger. Darüber hinaus unterstützen die Landwirtschaftsämter, Regierungspräsidien und externe Beratungsteams.

 

Ein weiterer wichtiger Baustein in Bezug auf das Thema Tierwohl ist Transparenz. Schwarzwaldmilch hat eine Maßnahme umgesetzt, die unter anderem darauf einzahlt. „Für uns ist es wichtig, eine Möglichkeit der Nachverfolgung der Milch und einen Blick in die Höfe zu bieten. So können sich die Verbraucher selbst von der Haltung und der Qualität der Milch überzeugen“, führt Schneider aus. Im Herbst 2019 hat Schwarzwaldmilch ein entsprechendes Transparenzsiegel auf der Bio-Heumilch etabliert, mit dessen Hilfe man u.a. das genaue Abholdatum der Milch, die Haltungsbedingungen der Kühe, die Zahl der zurückgelegten Kilometer mit dem Sammelwagen sowie den exakten Tag der Abfüllung und Auslieferung nachvollziehen  kann. Für das Einsehen dieser tagesaktuellen Informationen muss lediglich der QR-Code auf der Verpackung gescannt werden.

 

 

 

Roland Sossna / moproweb

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