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VMB Marktbericht: Kontraktverhandlungen

Datum: 08.11.2019Quelle: VMB

Der Verband der Milcherzeuger Bayern veröffentlicht zum Ende jeder Woche einen aktuellen Marktbericht. Hier die Fassung vom 08.11.19:

 

Auch die zweite Preisrunde 2019 der Kontraktverhandlungen zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) für Produkte der weißen Linie brachte ein leicht positives Ergebnis. Konsummilch konventionell und bio im sogenannten Preiseinstiegsbereich (Eigenmarken des LEH) wurde mit 2 bzw. 4 Cent leicht nach oben korrigiert. Bei den Sondermilchen des LEH konnte dagegen keine Änderung festgestellt werden. Auch alle anderen Produkte wie Quark, Sahne und Kondensmilch blieben preislich unverändert. Das erwartete Ergebnis einer schwarzen Nullrunde ist somit eingetreten. Auch die neu zu verhandelnden Butterkontrakte ab November brachten wenig überraschend keine Veränderung.

Am 5. November machte traditionell ALDI Nord und Süd den Vorreiter und hat mit seinen Eigenmarken auf das Ergebnis der jüngsten Kontraktverhandlungen der weißen Linie reagiert: Konsummilch konventionell (ESL und H-Milch) wurde um jeweils 2 Cent/Liter angehoben und kosten dem Verbraucher jetzt 73 Cent (Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett) und 65 Cent (fettarm mit 1,5 Prozent Fett). Konsummilch bio wurde gar um 4 Cent/Liter angehoben und steht jetzt mit 1,09 Euro/Liter (Vollmilch mit 3,8 Prozent Fett) bzw. mit 99 Cent/Liter (fettarm mit 1,5 Prozent Fett) im Regal. Bei den anderen Produkten der weißen Linie wurden, wie gesagt, keine Korrekturen vorgenommen.

Keine Veränderungen gab es beim neuen Kontrakt für die Deutsche Markenbutter: Nach den aktuellen Entwicklungen am internationalen, europäischen und nationalen Fettmarkt inklusive der Perspektiven für die kommenden Monate über den Jahreswechsel hinweg, ist der VMB bei der Markteinschätzung auch von keiner Änderung ausgegangen. Der Ziegel mit 250 g liegt also nach wie vor mit 1,39 Euro/250 g im Kühlregal, ebenso übrigens wie die beliebten Mischfette. Ob die Kontrakte diesmal wie im gesamten bisherigen Jahr 2019 wieder nur für einen Monat oder doch über den Jahreswechsel bis Ende Januar 2020 fixiert wurden, ist bis dato unbekannt.

Interessant war auch diesmal der Blick auf die Preisentwicklung bei den Sondermilchen bei Aldi Süd wie “Meine Bayerische Bauernmilch” mit dem Regionalfenster und dem Label der Einstiegsstufe des Deutschen Tierschutzbundes versehen. Dort gab es – nach der überraschenden leichten Preisrücknahme um 1 Cent im Frühjahr – keine Preisänderungen. Der Liter kostet nach wie vor 79 Cent (ESL-Vollmilch mit 3,8 Prozent Fett) und 69 Cent (ESL-fettarm mit 1,5 Prozent Fett). Damit wurde die Differenz zwischen der Eigenmarke ohne gesonderte Auslobung des Tierwohls auf 6 Cent (bei Vollmilch) und nur noch 4 Cent (bei fettarmer Milch) weiter zusammengestaucht. Es wird in den kommenden Tagen interessant sein zu beobachten, ob ALDI-Konkurrent LIDL weiter bei seinen 10 Cent Mehr(wert)preis zwischen seiner Konsummilch der Eigenmarke “Milbona” und seiner Programmmilch “Ein gutes Stück Bayern” bleiben wird, die im Gegensatz zu Aldi mit dem Tierschutzlabel der Premiumstufe ausgelobt wird.

Aus Sicht der Milcherzeuger stellt sich natürlich auch die Frage nach den Auswirkungen auf die Milcherzeugerpreise: Diese werden mit dem Ergebnis in den kommenden Monaten bestenfalls stabilisiert. Bei den vornehmlich auf die Produkte der weißen Linie spezialisierten Molkereien sogar etwas “nach oben stabilisiert”.  Die Erwartungen nach deutlich steigenden Milchpreisen, vor allem auch durch die eher unterdurchschnittliche Milchanlieferung im bisherigen Jahresverlauf in Deutschland, werden damit leider nicht erfüllt.

 

Seufferlein / VMB

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