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Milch-Marketing_06_2015

KOMMENTAR ❚ 06/15 · milch-marketing.de 3 Das Profil der Handelsmarken rückt immer näher an das des Markenartikels heran. Ein gefährlicher Spagat für die Markenhersteller, die auch die Labels des Handels bedienen wollen. Die Marken des Handels Die Marken des Handels Wie hat sich das Angebot an Handelsmarken, den sogenannten Private Labels, verändert? Um dieser Frage nachzugehen, fährt man einfach einmal im Jahr nach Amsterdam und besucht die PLMA. Das ist die größte und wichtigste Fachmesse für Handelsmarken, die jetzt schon seit zwei Jahrzehnten immer wieder viele Manager aus Handel und Industrie ins RAI Exhibition Centre Europaplein in die niederländische Metropole zieht. Keine Frage, Handelsmarken boomen. Vor allem im Nahrungsmittelbereich. Und besonders die Kühlregale im Lebensmittel-Einzelhandel sind vollgestopft mit den eigenen Labels der jeweiligen Handelsorganisation. Es war vor einem Jahrzehnt noch ein gezielt geführter Kampf des Lebensmittelhandels, die Markendominanz der Foodindustrie mit eigenen, preiswerteren Alternativen zu knacken. Eine Strategie, die längst aufgegangen ist. Seit der Jahrtausendwende (den Jahren nach der Euroeinführung mit seiner gefühlten Halbierung der Nettoeinkünfte) haben sich parallel mit dem Siegeszug der Discounter auch die Eigenmarken des Handels in den Sortimenten festgesetzt. Gibt es noch Bereiche in der Pluskühlung, in denen keine Handelsmarken angeboten werden? Nein! Gibt es Wachstumsgrenzen für Handelsmarken? Ebenfalls ein klares Nein. Selbst die Frage, ob der Verbraucher Abstriche bei der Qualität von Handelsmarken gegenüber den Herstellermarken machen muss, wird man objektiv gesehen auch verneinen müssen. Wer die Discounter und die Vollsortimenter mit deren eigenen Labels beliefern möchte, darf sich nicht nur auf Preisführerschaften verlassen. Stabile und geprüfte Qualität beim Produkt sind längst nicht mehr verhandelbar. Ein Beweis dafür lieferte erneut das Spektrum an Molkereiprodukten auf der diesjährigen PLMA (siehe auch Seiten 42/43), das insbesondere von deutschen Molkereien gut repräsentiert wurde. Denn die Einkaufsabteilungen aus den nationalen und regionalen Handelszentralen zählen zum festen Besucherstamm dieser Fachmesse. Und die Erwartungen sind angesichts weiter wachsender Marktanteile von Handelsmarken höher denn je. Allein beim SB-Käse sind die Private Labels in allen Warengruppen mit einem Anteil von mindestens 50 Prozent vertreten. Einzige Ausnahme: Kochkäse (MA 13 %) und Käsefondue (33 %). Und beim Blick auf die PLMA-Exponate zeigt zumindest der Trend bei den Molkereiprodukten klar nach oben. Untermauert von Convenience-, Premium-, Bio- und regionalen Erzeugnissen. Da wundert es kaum noch, dass die Düsseldorfer Markenfachmesse für Molkereiprodukte „InterMopro“ mangels Masse (sprich Interesse) letztes Jahr das Handtuch werfen musste. Hans Wortelkamp (hw@blmedien.de)


Milch-Marketing_06_2015
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