AMI: Lageanalyse zum Markt für Trinkmilch

Milch-Marketing_06_2015

DURCH PREISSENKUNGEN Die anhaltende Schwäche auf dem Milchmarkt hat zu rückläufigen Preisen auf allen Vermarktungsstufen geführt. Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Trinkmilch zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt. Auch im weiteren Verlauf ist nicht zu erwarten, dass die rückläufigen Verbraucherpreise zu einer Trendwende führen werden. Eine Lageanalyse von Thomas Els und Andreas Gorn von der Agrarmarkt InformationsGmbH in Bonn. 36 06/15 · milch - marketing.de NACHFRAGEIMPULSE Die Milchanlieferung in Deutschland zeigte nach dem Wegfall der EU-Quotenregelung keinen sprunghaften Anstieg. Die Zuwachsraten auf dem Weg zur Milchspitze bewegten sich bislang im saisonal üblichen Rahmen. In den ersten Monaten von 2015 hat das deutsche Milchaufkommen auf dem Weg zur Milchspitze, dem saisonal üblichen Verlauf folgend, zugenommen. Dabei haben sich die Zuwachsraten bis gut einen Monat nach dem Wegfall der EUQuotenregelung nicht signifikant verstärkt. Die Vorjahreslinie wurde bis Mitte Mai unterschritten, allerdings hat sich der Rückstand zum Vorjahr stetig verringert. Im europäischen Umfeld zeigten sich dagegen teils höhere Zuwachsraten und Milchmengen oberhalb der Vorjahreslinie. Preise an den Rohstoff- und Produktmärkten unter Druck Trotz des im Vorjahresvergleich eher moderaten Rohstoffangebotes standen die Märkte für Milch und Milchprodukte seit Mitte März unter Druck. Dies dürfte größtenteils seine Ursache auf der Nachfrageseite haben. An den Produktmärkten agierten die inländischen Käufer wegen der Unsicherheiten im Hinblick auf die Entwicklung des Milchaufkommens nach dem Quotenende zögerlich. Auch die Käufer aus Drittländern waren im Zuge der rückläufigen Preise am Weltmarkt, trotz des insgesamt vergleichsweise niedrigen Niveaus, bei neuen Abschlüssen abwartend. Dies hatte an den heimischen Rohstoffund Produktmärkten Preisrückgänge zur Folge. Nachfrageimpulse durch Preissenkungen blieben aus Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hat Anfang Mai die günstigeren Konditionen auf den vorgelagerten Stufen an die Verbraucher weitergegeben. Positive Impulse auf die Nachfrage der privaten Haushalte in Deutschland sind dadurch jedoch nicht zu erwarten. Nach Analysen der AMI auf Basis der GfKHaushaltspanels blieb schon die Preissenkung im Herbst 2014 in dieser Hinsicht weitgehend ohne messbare Effekte. Anfang November hatte der LEH die Verbraucherpreise für Milch und weitere Milchfrischprodukte kräftig zurückgenommen. Im Basissortiment von Discountern und Vollsortimentern kostete ein Liter Trinkmilch schließlich 10 Ct weniger als zuvor. Dennoch blieben die Einkaufsmengen der privaten Verbraucher auch in den folgenden fünf Monaten hinter den entsprechenden Vorjahresmengen zurück und folgten damit unbeirrt dem Trend der vergangenen Jahre. Allerdings entwickelten sich im Trinkmilchbereich die einzelnen Segmente sehr unterschiedlich. Bei konventionell erzeugter Ware nutzten die Verbraucher die günstigen Bezugsmöglichkeiten zunehmend für ein Upgrade. Mengeneinbußen gingen ausschließlich zu Lasten der fettreduzierten Variante. Dagegen kauften die Privathaushalte mehr Milch mit einem Fettgehalt von 3,5 % ein, ohne jedoch die Verluste der fettarmen Alternativen vollständig zu kompensieren. Diese Entwicklung hatte bereits im vergangenen Jahr an Fahrt aufgenommen, nachdem der Einzelhandel Anfang November 2013 den Preisabstand zwischen der fettreduzierten und der VollfettVariante im Basissortiment auf 4 Ct je Liter verkürzt hatte. Hochpreissegmente legen gegen den Trend zu Eine überdurchschnittliche Wertschöpfung ermöglichten jedoch die HochpreissegKAUM


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