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Milch-Marketing_06_2015

zielle Produkte für den Foodservice her. „Bei der Nachfrage verzeichnen wir große Stabilität, wollen aber nicht über die Region hinaus unsere Erzeugnisse vertreiben“, sagt Vertriebsleiter Christoph Brändle. Deshalb baut Omira dieses Geschäftsfeld nicht gezielt weiter aus. Dessen ungeachtet hält Christoph Brändle Großgebinde mit laktosefreien Milchprodukten für einen Markt mit großem Potenzial. Nach wie vor sind Eimer die beliebtesten Packungen bei Großverbrauchern im Bereich weiße Linie, stellt er fest. Innstolz im südostbayerischen Rotthalmünster bietet seit zehn Jahren unter der Linie „GVProfi“ Käse, Joghurt und Sahne in Großverpackungen an. Auch Produkte der Marke „besser Bio“ von der Biomolkerei aus dem österreichischen Lembach vermarktet Innstolz seit dieser Zeit. 2013 erweiterte das Unternehmen sein GroßverbraucherAngebot um verschiedene Käsespezialitäten unter der Marke „Innstolz Auwiesen“. Letztere mit Qualitätskriterien wie Verzicht auf Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen und Zusatzstoffe. „In der Vergangenheit belieferten wir überwiegend die regionale Gastronomie und Fachhändler. Mit unseren neuen Marken erreichen wir zunehmend auch den C+CBereich und GVZustellgroßhändler in Deutschland und Österreich“, sagt Christine Weiß, Leitung Marketing und Vertrieb. Innstolz verzeichnet vor allem bei den Scheibenpackungen in BioQualität ein besonderes Interesse. „ConvenienceAbpackungen in BioQualität sind im GVBereich bislang kaum erhältlich“, so Christine Weiß. Innstolz bietet außer Laiben mehrere Käsesorten in Scheiben in 500gPackungen an. Das Unternehmen stellt im Foodservice generell einen wachsenden Bedarf an Milchprodukten mit Qualitätsmerkmalen wie regionale Erzeugung oder Bio fest, auch wenn ein niedriger Preis beim Einkauf nach wie vor ein großes Gewicht hat. Weniger Arbeit mit convenienteren Produkten Zugleich legen Gastronomen und Gemeinschaftsverpfleger nach Angaben von Innstolz zunehmend Wert auf Convenience: Leicht zu handhabende Packungen, vorgeschnittene Käse, portionierte Artikel. Auch suchen immer mehr Kunden gezielt nach Produkten, die speziellen Erwartungen ihrer Klientel entsprechen. Beispielsweise ist es ihnen wichtig, Lebensmittel aus Zutaten ohne gentechnisch veränderte 40 06/15 · milch - marketing.de Organismen anzubieten, ebenso glutenfreie Produkte oder Erzeugnisse, die frei von umstrittenen Zutaten wie Farbund Konservierungsstoffen sind. Auch die Gläserne Molkerei berichtet von einem wachsenden Bedarf an Lebensmitteln höherer Qualität und an Produkten mit den Eigenschaften Bio und Regional im GVBereich. Seit seiner Gründung vor mehr als zehn Jahren beliefert das Unternehmen mit zwei Standorten in Brandenburg und MecklenburgVorpommern neben dem Einzelhandel auch den GVMarkt. Der ausschließliche BioMilchverarbeiter gibt dabei Milch, Butter, Sahne, Quark und Joghurt als Großgebinde und verschiedene Käsespezialitäten in Laiben an die regionalen GastronomieGroßhändler ab. Auch der NaturkostGroßhandel und Verarbeiter sind Abnehmer für den GVBereich, wenn es um den Bezug von BioProdukten geht. „Die wachsende Nachfrage bemerken wir nicht nur durch häufige direkte Anfragen, auch das Ordervolumen der Großhändler entwickelt sich positiv“, sagt Theresa Dühn, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der Gläsernen Molkerei. Gastronomen und Hotellerie nutzten zunehmend die Merkmale Bio und Regional zur eigenen Positionierung. Schließlich profitiert die Gläserne Molkerei von der steigenden Nachfrage nach biozertifizierten Produkten speziell bei Gemeinschaftsverpflegern, die für die Versorgung der Schulen und Kindertagesstätten zuständig sind. In Berlin ist ein Mindestanteil von BioZutaten in Schulen und Kitas vorgeschrieben, der je nach Bezirk zwischen zehn und 30 Prozent liegt. „Diese Trends sind für uns als BioMolkerei spürbar. Daher werden wir auch weiterhin ein vielfältiges Sortiment an Großgebinden anbieten“, sagt Theresa Dühn. Mehr „Vegan“ auf dem Speisenplan Nach Erhebungen des CREST Verbraucherpanels der npdgroup Deutschland ist in 2014 der Umsatz im Bereich der Arbeitsplatzund Ausbildungsverpflegung um 3,9 Prozent gestiegen. Insgesamt wuchs der AußerHausMarkt nach diesen Daten um 2,1 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 33,2 Mrd. Euro. Die Erhebungen des Verbraucherpanels umfassen außer der Arbeitsplatzund Ausbildungsverpflegung die Bereiche Bedien, Schnellund Erlebnisgastronomie. Im Auftrag der Internorga, der Leitmesse für den AußerHausMarkt in Hamburg, wurde außer der Investitionsbereitschaft der Betriebe auch deren Interesse abgefragt, neue Produkte und Lösungen auszuprobieren. Demnach bekunden 51 Prozent der befragten 309 Betriebe den Wunsch, Neues auszuprobieren. Im Vorjahr waren es 48 Prozent. In Bezug auf die Anforderungen neuer Produkte erwarten 100 Prozent der Unternehmen eine mindestens konstante Qualität. 87 Prozent wünschen eine stärkere Gesundheitsorientierung. 86 Prozent erwarten eine bessere Optik, 85 Prozent einen besseren Geschmack. Für 52 Prozent der Betriebe bedeutet eine Verbesserung der Qualität höhere Kosten. Im Vorjahr hatten 44 Prozent eine QualitätsOptimierung mit höheren Kosten verbunden. 29 Prozent (2014: 21 Prozent) erwarten von Neuheiten eine längere Haltbarkeit. Das Interesse an Fertiggerichten und Snacks ist im Vergleich zum Vorjahr von zwölf auf 22 Prozent gestiegen. Beim Thema Dessert scheiden sich die Geister: Bei den Betriebsrestaurants ist das Interesse an NachtischKreationen von 51 auf 38 Prozent gesunken. Im so genannten CareBereich, dem Bereich der Versorger von Kliniken und Heimen, ist das Interesse von 40 auf 46 Prozent gestiegen. 97 der befragten Betriebe sind der Ansicht, dass Allergien und Unverträglichkeiten im GVBereich eine wachsende Rolle spielen. 52 Prozent geben an, verstärkt vegetarische Gerichte anbieten zu wollen. 25 Prozent wollen vegane Speisen mit anbieten. Dabei betrachten 92 Prozent vegetarische Formen der Ernährung, die den Verzehr von Milchprodukten mit einschließen, als langfristigen Trend. Den Veganismus schätzen 64 Prozent als kurzfristigen Trend ein. Im Foodservice-Bereich sehen Experten einen zunehmenden Bedarf der Gäste an Produkten, die „regional, „bio“ und vor allem laktosefrei sind


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