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molkerei-industrie_11_2015

11 2015 | moproweb.de 43 von kontrollwaagen, Metallsuch- und röntgeninspektionssysteme verzahnen. Produktwechsel mit einem Klick Über diese schnittstellen sind die kontrollwaagen in der Lage, die produktionsabläufe nachhaltig zu vereinfachen – etwa wenn produktwechsel und -neuanlagen anstehen: die anbindung an die zentralen erp-datenbanken des unternehmens ermöglicht es den Linienverantwortlichen zum Beispiel, alltägliche produktwechsel sekundenschnell zu erledigen oder die zentral gespeicherten produktkennzahlen neuer Waren mit wenigen klicks standortübergreifend auf alle Waagen zu verteilen. Moderne high-end-Wägesysteme bieten darüber hinaus sogar die Option, vor- oder nachgelagerte komponenten in der Linie proaktiv nachzuregeln: stellt die Waage etwa fest, dass kontinuierlich zu viel oder zu wenig Joghurt in die Becher gefüllt wird, steuert sie die abfüllanlage an und korrigiert die Füllmenge nach unten oder oben. dies verhindert zuverlässig Mehrkosten durch Überfüllung und schützt vor compliance-Verstößen durch unterfüllung. Rechtssichere Dokumentation, zentrales Datenmanagement stichwort compliance: auch bei der einhaltung von Branchenrichtlinien und gesetzlichen Vorgaben leisten vernetzte Waagensysteme Molkereien wertvolle dienste. statt der weithin üblichen, fehleranfälligen dokumentation per usB-stick oder klemmbrett werden alle relevanten Messdaten in der Waage automatisch erfasst und über das netzwerk in einer zentralen datenbank konsolidiert. auf diese Weise haben die Verantwortlichen jederzeit Zugriff auf verlässliche produktionsdaten und vermeiden mit minimalem aufwand rechtliche risiken. um internen und externen compliance- Vorgaben zu genügen, lassen sich die zentralisierten daten zudem automatisiert auswerten und zu individuellen reports zusammenfassen. Zusätzlich bündelt die software sämtliche relevanten key performance indicators (kpi) für die laufende Berechnung des gae-Werts und bietet so die grundlage für die weitere Optimierung der produktionsprozesse. Konstruktion für höchste Leistung prozessoptimierung durch integration ist aber nur ein aspekt der gae-analyse. ein Stichwort Compliance: Auch bei der Einhaltung von Branchenrichtlinien und gesetzlichen Vorgaben leisten vernetzte Waagensysteme Molkereien wertvolle Dienste (Foto: istockphoto/savas keskiner) zweiter, häufig unterschätzter Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, ist das design der eingesetzten produktiv- und inspektionssysteme. die einfache regel lautet: Je effizienter die einzelnen komponenten designt sind, desto besser schneidet die gesamte anlage bei der Beurteilung ab. so wirken sich etwa der durchsatz und die Wägegenauigkeit einer kontrollwaage unmittelbar auf die Leistung und Qualität der gesamten Linie aus. daher kommen im c3000 system besonders ruhig gelagerte Bänder zum einsatz, die produkterschütterungen beim Bandübergang zuverlässig verhindern. die empfindliche Wägezelle ist damit stets optimal vor störeinflüssen geschützt und bewältigt einen produktdurchsatz von bis zu 600 einheiten in der Minute. auch beim modularen gerätedesign des c3000 systems lag das augenmerk auf maximaler effizienz: die kontrollwaage lässt sich nahtlos an die produktionsbedingungen anpassen und bei Bedarf auch in sehr spezifische prozessabläufe integrieren. so ist für pulverförmige produkte wie geriebenen käse ein spezielles granulatförderband verfügbar, dessen antriebsteile komplett verkapselt und vor dem eindringen kleinster partikel geschützt sind. dies verhindert ein schnelles Verschleißen, senkt den Wartungsbedarf – und verhindert, dass die inspektion zum teuren gae-Flaschenhals wird. Doppelt wirksame Werkzeuge unter dem strich erweisen sich vernetzte kontrollwaagen somit als äußerst effektive Werkzeuge zur steigerung der gae: nahtlos in die Linie integriert und mit den übrigen produktions- und iT-systemen vernetzt, optimieren sie die täglichen abläufe und tragen maßgeblich zur Verfügbarkeit, Leistung und Qualität der anlage bei. gesamtanlageneffektivität (gae) die gesamtanlageneffektivität (englisch Overall equipment effectiveness) ist eine kennzahl, die die produktivität einer gesamten anlage abbildet und Mängel oder Verbesserungspotenziale transparent macht. dazu wird zunächst die ideale Betriebszeit, also die Betriebszeit abzüglich aller geplanten stehzeiten wie etwa pausen, Wartungen oder Feiertage, als 100 prozent festgelegt. die gae gibt dann an, wie viel prozent dieser idealen Betriebszeit die anlage tatsächlich erfolgreich erreicht hat. sie errechnet sich aus den drei Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. • Verfügbarkeit gibt an, wie lange die anlage tatsächlich gelaufen ist und wird durch ungeplante stillstände verringert. • Leistung bezeichnet das Verhältnis von tatsächlicher produktion – zum Beispiel in stück pro stunde – und optimaler produktion und bildet so Leerlaufzeiten oder produktionsverzögerungen ab. • Qualität setzt die anzahl der produzierten erzeugnisse zu den aussortierten oder überarbeiteten erzeugnissen ins Verhältnis und berechnet den ausschuss mit ein. eine gesamtanlageneffektivität von 85 prozent gilt in der regel – in abhängigkeit von der komplexität der anlagen und produktionsprozesse – als Weltklasse.


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