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molkerei-industrie_11_2015

mi | mi vor Ort nestlé, Fonterra oder Frieslandcampina aufzunehmen, erklärt Billy humphreys, commercial Manager Market development bei dairygold. Origin Green aufgrund der natürlichen gegebenheiten, aber auch weil die internationalen Multis allesamt auf den Bezug nachhaltiger ingredients umstellen werden, wird und muss das Wachstum der irischen Milchwirtschaft nachhaltig erfolgen. hierfür hat Bord Bia 2012 die initiative Origin green ins Leben gerufen, die irland eine weltweit führende stellung in sachen nachhaltigkeit geben soll. nach der konzeptentwicklung und dem offiziellen roll-out vor einem Jahr machen bereits über 60 % der insgesamt 18.000 irischen Farmer mit, 9.000 wurden bereits auditiert. abgeprüft werden dabei ca. 300 nachhaltigkeits- und umweltkriterien. Für die Milcherzeuger hat das von den Molkereien (ausnahme 8 11 2015 | moproweb.de kerry) finanzierte programm handfeste finanzielle Vorteile. die auf den Farmen erhobenen daten werden mit offiziellen statistikdaten gepoolt, woraus das individuelle abschneiden jeder Farm in mehreren hauptkriterien (z. B. Management des graswuchses, Fertilität der kühe, energieeffizienz usw.) ermittelt wird. einfache Balkendiagramme signalisieren wo die Farm aktuell im Vergleich zum durchschnitt und den Besten liegt. damit die Farmer das potential für Verbesserungen besser erkennen, wird jeweils der geldwerte gewinn aus der Optimierung einzelner kriterien ermittelt. Verdichtet wird dies auch in einem sog. carbon Footprint navaigator. Ziel bei Origin green ist, wie dr. david Owens, sector Manager dairy ingredients bei Bod Bia erklärt, dass binnen weiterer zwei Jahre alle Farmer im programm sein sollen. erweitert wird Origin green auch über konzepte für die Verarbeitungsbetriebe. hier stellen die unternehmen individuell eigene Ziele auf, sie können sich dann für eine Begleitung ihrer Verbesserungsmaßnahmen durch Bord Bia bewerben. im Fokus stehen die rohstoffbeschaffung, die Verarbeitung oder auch soziale aspekte. aktuell sind es bei den Molkereien mehr als 100 solcher einzelprojekte, die offizielle unterstützung erfahren. Vorbereitung auf das Wachstum die irische Milchindustrie hat in den letzten ca. 3 Jahren mehrere hundert Millionen euro in die Vorbereitung auf das Wachstum investiert. im absoluten Fokus stehen dabei weitere kapazitäten, die eine höhere Veredelung der Milch erlauben. denn die zusätzliche Milch kann natürlich nicht im inland untergebracht werden, sie muss ihren Weg in den weltweiten absatz finden. Glanbia gii, die B2B division von glanbia (1,8 Mrd. l Milch, 900 Mio. € umsatz, 5 Werke), wendete 295 Mio. € auf, nicht nur in gebäude und Technik, sondern auch für eine neupositionierung ihrer produkte. allein 185 Mio. € flossen in den neubau in Belview, wo kürzlich das laut nick Whelan weltweit modernste Werk zur produktion von pulvern für die Weiterverarbeitung in der ernährungsindustrie mit high care standard eröffnet wurde. gii betrachtet sich längst nicht mehr als hersteller von commodities, sondern von speziellen innovativen produkten für langfristige partner in der internationalen Foodindustrie mit schwerpunkt bei Babyfood. gii setzt 85 % seiner produktion in 60 Ländern ab. nachhaltigkeit ist für gii extrem wichtig. Whelan: „nachhaltigkeit wird das killerkriterium für den zukünftigen Markterfolg. auch animal Welfare wird hierfür immer wichtiger.“ nachhaltigkeit ist bei gii bestimmt kein Lippenbekenntnis: in diesem Bereich arbeiten 24 Vollzeitarbeitskräfte. Billy Humphreys, Dairygold: Mit unserem F&E-Netzwerk können wir Iren es auch mit Foodforschungs-Giganten wie Nestlé, Fonterra oder FrieslandCampina aufnehmen (Foto: mi) Noel Corcoran, Carbery: Wir sind auf Käse, vor allem aber auf eine breite Range an Molkenderivaten und Aromen spezialisiert (Foto: mi) Jeanne Kelly, Ornua: Wir wickeln 60 % aller irischen Moproexporte ab (Foto: mi) Quelle: Ornua


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