mi-Meinung: - Kommentar: Mut zum Preissignal - Klartext: Raus aus den Regalen!

molkerei-industrie_06_2012

KOMMENTAR Mut zum Preissignal ES MUSS GAR NICHT ZU EXTREMEN MARKTSCHWANKUNGEN KOMMEN Ende für die Milchquote bringen wird, sich heute noch niemand so recht vor- genauso wenig wird heute niemand stellen. mehr abstreiten wollen, dass Volatilität Anstatt sich mit unnützer Diskussi- für die Milchmärkte zur Dauererschei- on über ein Vielleicht-doch-noch-weiter nung geworden ist. Ende des vergange- mit der Quote aufzuhalten oder wie das nen Jahrzehnts hat die EU ihre direkten bekannte Kaninchen alle paar Monate Eingriffe zur Marktsteuerung und damit wieder gebannt auf die Schlange Lebens- eine wesentliche Sicherheitsfunktion für mittelhandel zu starren, gilt es nun alle den Weltmarkt aufgegeben. Die EU mit Kräfte in die Vorbereitung auf 2015 zu Roland Sossna (V. i. S. d. P.) ihrer Intervention bildete tatsächlich so lenken, sofern dies nicht ohnehin schon Redaktionsbüro Dülmen etwas wie eine Rückversicherung gegen erfolgt ist. Erzeuger wie Verarbeiter müs- Telefon: 0 25 90/94 37 20 Marktverwerfungen, von der bei weitem sen sich passend ausrichten. Dazu gehört mobil: +49 (0) 170/4 18 59 54 Mail: r.sossna@molkerei-industrie.de nicht allein die Erzeuger im Binnenmarkt auch mehr marktkonformes Verhalten profitiert haben – kein anderes Land/ mit deutlichen Signalen zwischen den Staatengemeinschaft war willens oder Marktteilnehmern. Hier sind direkt die Der Milchmarkt ist an sich relativ ro- zeuger einen so teuren und administrativ gnale nicht früher ausgesendet werden,t: sollten Milchpreissi-aglkereien gefrMohl der Milcher-Woge, nur zumLain der bust gegenüber wirtschaftlicher Rezessi- komplexen Sicherungsapparat aufzustel- sobald sich abzeichnet, dass die Märkte on, sofern man auf den Grundbedarf ab- len. Dafür hatten sowohl der europäische volllaufen? Dann würden die Erzeuger hebt. Und dieser steigt kontinuierlich als Steuerzahler als auch die Milcherzeuger (hoffentlich, endlich!) möglicherweise Folge wachsender Weltbevölkerung und einen gehörigen Preis zu zahlen. Die mit schneller reagieren und es käme gar nicht des auf breitem Rahmen zunehmenden der Quote als Obergrenze der für finan- zu extremen Marktausschlägen. Dazu be- Pro-Kopf-Verbrauchs in Schwellenlän- zierbar erachtete Misswirtschaft kon- darf es aber einiger Courage. Das bishe- dern. Glaubt man den Analysten, dann frontierten Milchproduzenten konnten rige Szenario, bei dem keine Molkerei mit sind sogar die Margen in der Milchverar- ihre Erzeugung nicht so ausbauen wie der Auszahlungssenkung anfangen mag beitung durchaus resistent gegen die Re- es eigentlich nötig gewesen wäre, die EU und alle nur auf den Schritt des Nachbarn zession. Ganz im Gegensatz dazu ist die hat ganz bewusst Marktanteile geopfert warten, wird dem Markt jedenfalls nicht Milcherzeugung deutlich rezessionsemp- – sehr zur Freude der Neuseeländer. Nun mehr gerecht, meint Roland Soßna. findlicher. Gemeint sind die auf 2,5 – 3 steht in wenigen Jahren das Aus für die Jahre angelegten zyklischen Produktions- Quote an, je nach Region werden Mol- Mark Voorbergen, früherer schwankungen, die eine selbstinszenierte kereien mit einem binnen eines einzigen Milchmarktexperte bei der Rezession im Milchmarkt auslösen. Jahres um vielleicht 10 – 15 % steigenden Rabobank, kommentiert auf moproweb die aktuelle Genauso wenig wie man realistischer- Rohstoffeingang konfrontiert sein. Die Marktlage. weise bezweifeln darf, dass 2015 das dann entstehenden Verwerfungen mag KLARTEXT Raus aus den Regalen! DIE WERTSCHÄTZUNG IST LÄNGST BEERDIGT Molkereimanager sind besonders: on dürfte aber mit ziemlicher Sicherheit Nein, deutsche Mopros sind mit ihrem Sie brauchen ein Höchstmaß an Leidens- ins berufliche Aus führen: Die Molkerei Superimage im Ausland sehr viel gefragter fähigkeit und, zumindest wenn sie für den zur Nummer 1 im Handelsregal machen als daheim, und deswegen wird die Ex- Absatz verantwortlich sind, zusätzlich den zu wollen. Spätestens nach dem aktu- portquote der Branche in den nächsten festen Glauben an das Gute im Discoun- ellen Konsummilch-Waterloo ist klar, dass fünf Jahren ganz natürlich an die 100 % ter. Daneben ist eine klare Vision gefordert, Wertschöpfung nur über Wertschätzung herankommen. Sollen sich doch die Fran- etwa darüber, was denn, wenn überhaupt, erreichbar ist, eine Haltung, die deutsche zosen, Holländer oder Dänen von den berufliches Ziel ist, und darüber, was man Handelszentralen in den letzten 50 Jahren deutschen Händlern erniedrigen lassen, in fünf Jahren tun will, natürlich nur, wenn aus ihren Einkäufern mit Erfolg herausge- wenn es sie so sehr in die Regale drängt, man dann noch was tun darf. Eine Visi- züchtet haben. meint Roland Soßna. 2 06/12 · molkerei-industrie.de


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