DIN-Conference in London

molkerei-industrie_06_2012

Milchmarkt und Rezession DIN Conference in London Der Milchmarkt ist durchaus anfällig für wirtschaftliche Rezession, aber nur bis zu einem gewissen Maß, das vom Grund- bedarf bestimmt wird der allerdings durch die Entwicklung in Schwellenlän- dern weiter steigen wird. Wesentlich an- fälliger für allgemeinwirtschaftliche Ent- wicklungen als die Milchindustrie ist die Micherzeugung. Dies wäre ein Fazit der Konferenz des britischen Informations- dienstes Dairy Industry Newsletter (DIN) am 9./10. Mai in London. molkerei-indus- trie war vor Ort. 2013 im Ungleichgewicht Der niederländische Marktanalyst und Berater Mark Voorbergen, vormals Mo- pro-Experte bei der Rabobank, sieht den Markt aktuell in einem Ungleichgewicht. Als Reaktion auf die fabelhaften Milch- preise in 2010/2011 haben die Liefe- ranten die Produktion weltweit deutlich ausgedehnt, der Markt müsse diese Men- Nahezu alles, was in der UK-Milchszene Rang und Namen hat, kam Anfang Mai zur dies- gen erst einmal „aufessen“, meinte Voor- jährigen Konferenz des britischen Informationsdienstes Dairy Industry Newsletter nach bergen. Auch 2013 dürfte die Erzeugung London (Foto: mi) noch leicht über dem Nachfragewachs- tum liegen, dann aber bis 2017 hinter der Die aktuelle Marktlage sieht Voorber- Die Nachfrage nach Milchprodukten Nachfrageentwicklung zurückbleiben. Ab gen durchaus entspannt: es herrsche kein ist relativ unelastisch und wird mit dem 2017 sieht Voorbergen deutlich steigende Szenario wie in 2009, wegen der anhal- Nachfragewachstum in Schwellenlän- Preise vorher. Dieses Szenario wurde von tend positiven Entwicklung der Nachfra- dern womöglich noch unelastischer, so Dr. David Dobbin, CEO der nordirischen ge dürften sich die Preise bereits um das Voorbergen. Strukturelle Aufwärtstrends Genossenschaft United Dairy Farmers, je- Jahresende herum wieder erholen, eine beim globalen Milchverbrauch wirken doch angezweifelt, weil es das Potenzial Ansicht, die die Mehrheit der Redner auf sich auf das generelle Preisniveau deut- zur Steigerung der Milcherzeugung mög- dem Kongress zu teilen bereit war. lich stärker aus als kurzfristige Schwan- licherweise unterschätzt. kungen, wie sie der Markt im Moment Dr. Torsten Hemme, IFCN, ergänzte, dass Renditen erlebt. Weitaus wichtiger für die Branche bei einer aktuellen Steigerung der Milch- Die Rentabilität von Molkereien hängt üb- als Rezessionseffekte, natürlich mit Aus- produktion um 3,1 % und einem Nach- rigens, so ein Vergleich von sieben inter- nahme hoher Arbeitslosigkeit und gene- fragewachstum von 2 % alle drei Monate national führenden Branchenunterneh- reller Depression, ist die Rohstoffversor- ein Überangebot von 1 Mio. t Milch ent- men, nicht von Marktschwankungen ab. gung, so der Niederländer. Letztere hängt steht. Dies bringt Druck – Dobbin zufolge Von 2007 bis 2011 lag deren EBIT lt. Voor- aber direkt von der allgemeinen Lage auf bedeutet 1 Mio. t mehr, dass 15 % mehr bergen relativ stabil um 4 %, selbst das den Finanzmärkten ab: Erzeuger werden Handelsvolumen auf den Weltmarkt Krisenjahr 2009 war als Folge sinkender es angesichts der Marktvolatilität künftig drängt (der bekanntlich nur 7 % der glo- Rohstoffpreise ein durchaus gutes Jahr für schwerer haben, Liquiditätskredite von balen Milcherzeugung ausmacht). die Verarbeiter. Banken zu bekommen. Dies verweist di- 46 06/12 · molkerei-industrie.de


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