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Milchmärkte bleiben in schwacher Verfassung

Datum: 2016-04-15 13:00:00Quelle: Milch-Marketing

Verbandsjustiziar Torsten Sach machte den Bezeichnungsschutz, den die echten Milchprodukte gegenüber den vielen neuen Pseudomilchprodukte genießen, transparent (Foto: Milch-Marketing)

 

Was tun, angesichts desolater Preise, die beim Käse sogar das Tief von 2009 unterschritten haben? Vor dem Hintergrund deutlich abgeschwächter Nachfrage aus China und den nordafrikanischen Absatzmärkten, dazu das Exportverbot nach Russland,  bleiben die Milchpreis auch weiterhin volatil. Die schwache Verfassung der weltweiten Milchmärkte beherrschte die heutige Tagung der Export-Union in Berlin. Ein bis zwei Prozent mehr Milch im Angebot – so führte Ruud Huirne von der niederländischen Rabobank aus – führe zu Erlösminderungen beim Milchpreis von 15 bis 20 Prozent. Umgekehrt bewirken allerdings auch zwei Prozent weniger Milch ein Auszahungsplus von im Durchschnitt bis zu 20 Prozent. „Das ist neu für Europa und muss sich erst noch einspielen“, meinte Huirne. Allerdings: Die Milchpreise haben ihren Tiefststand erreicht und für das nächste Jahr sei Besserung in Aussicht.

Dem hielt allerdings Monika Wohlfarth von der ZMB entgegen, dass der Milchpreis immer noch auf Talfahrt sei. Auch der leicht gestiegene Binnenkonsum in der EU und in den USA reiche nicht aus, um das Angebot aufzunehmen. „Die langfristigen Aussichten bleiben jedoch unverändert“, meinte Wohlfarth.

Einen Blick auf neue Absatzchancen auf dem afrikanischen Kontinent warf Enrico Krien von Nielsen. Im Ranking der wirtschaftlichen Erwartungen der Verbraucher steht die Elfenbeinküste (Westafrika) ganz oben, während Ghana ganz unten mit der höchsten Inflation und der geringsten Bereitschaft, neue Dinge anzugehen, rangiert. Dazwischen gibt es jede Menge Staaten mit mehr oder weniger ausgeprägter Konsumbereitschaft. Interessant: Werbemedium Nummer eins in den meisten afrikanischen Staaten ist das Mobiltelefon – noch vor Fernsehen und Radio. Ein weiterer marktforscherischer Blick von Krien ins benachbarte Saudi Arabien zeigte überraschend auf, dass Frischmilch zu den Top-Fünf-Wachstumskategorien bei den FMCG-Produkten aufgestiegen ist.

Verbandsjustiziar Torsten Sach, u. a auch Geschäftsführer beim Bundesverband Molkereiprodukte, führte in seiner gewohnt klaren und konkreten Sprache in die Welt des Milchrechts. Er sprach vor allem zu den aktuellen Entwicklungen, die die Branche derzeit beschäftigen. Insbesondere der Bereich Bezeichnungsschutz nahm angesichts der Pseudomilchprodukte, verursacht durch die vielen neuen vegan und vegetarisch positionierten Nahrungsmittel, verständlicherweise einen breiten Raum ein. 

Alle Referate der Vortragsveranstaltung der Exportunion für Milchprodukte e. V. können beim EXU/BUMO Sekretariat in Berlin angefordert werden. 

 

Moproweb / moproweb

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